Seit dem 1. Januar 2023 hat das Bürgergeld das alte Sozialleistungssystem in Deutschland, Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV, ersetzt. Die Regelleistungen sind unter dem neuen System erhöht worden, jedoch scheint dieser Betrag nicht ausreichend zu sein, um die gestiegenen Stromkosten für Haushalte zu decken. Laut aktueller Statistiken von Check24 kann der Unterschied bis zu 25 % betragen!

Empfänger von Bürgergeld müssen die Stromkosten, trotz der Preisexplosion für Energie, aus ihrem Regelsatz selbst bezahlen. Aber was kann man tun, wenn der Regelsatz nicht für die Stromkosten ausreicht?

Wenn das Bürgergeld nicht die Stromkosten deckt, gibt es einige Schritte, die man als Sozialleistungsempfänger unternehmen kann. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über verschiedene Möglichkeiten, die Bürgergeldempfängern helfen können, mit hohen Stromkosten fertig zu werden.

Bürgergeld deckt die Stromkosten nicht

Der Regelsatz ist dafür gedacht, die Lebenshaltungs- und Energiekosten (ohne Miete) abzudecken, und beläuft sich ab 2023 auf eine Summe von rund 511 Euro pro Jahr – für alleinstehende Bürgergeld-Empfänger. Allerdings zeigen die aktuellen Energiepreise, dass diese Summe nicht ausreicht, um die tatsächlichen Kosten damit zu decken. Laut einer Untersuchung von Check24, basierend auf den Preisen von gelisteten Energieversorgern, würde ein Einpersonenhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 1500 Kilowattstunden immerhin 641 Euro im Jahr bezahlen müssen. Das bedeutet auch, dass die realen Kosten für Energie im Durchschnitt um 25 % höher sind, als die im Regelsatz dafür vorgesehene Vergütung.

Diese Tatsache führt dazu, dass Empfänger von Sozialhilfe finanzielle Schwierigkeiten haben, da sie für die zusätzlichen Stromkosten mit dem vorhandenen Bürgergeld aufkommen müssen. Obwohl der Regelsatz des Bürgergeldes für Alleinstehende (und alle andere Gruppen) erhöht wurde, bleibt es eine Herausforderung, die explodierenden Energiepreise zu bezahlen. Auch zwei Sozialverbände, VdK und Paritätische, sind sich darin einig, dass die Energiekosten nicht genau geschätzt werden.

Hinweis: Sie suchen nach weiteren Informationen über Bürgergeld? Dann schauen Sie auf die Website Bürgergeld-Zahlung vorbei und bleiben Sie auf dem Laufenden über die neuesten Nachrichten.

2022 Stromkosten-Preis-Explosion

Check24 hat auch verglichen, wie sich der Preis für den Energieverbrauch im Jahr 2022 gegenüber den Kosten im Jahr 2021 entwickelt hat.  So schätzt das Vergleichsportal, dass ein Haushalt mit einem Stromverbrauch von rund 5000 kWh dafür 2.334 Euro oder etwa 46,7 Cent pro kWh bezahlt. Das Ergebnis: Dies entspricht einer Preissteigerung von etwa 37 % gegenüber einem ähnlichen Verbrauch im Jahr 2021!

Die Stromkosten steigen noch immer

Die Preise für Strom in Deutschland scheinen weiterhin zu steigen. Laut der Vergleichsplattform Check24 hat es im Januar 2023 mehrere Erhöhungen gegeben, von denen rund 7,6 Millionen Haushalte betroffen waren. Die durchschnittliche Erhöhung betrug 60,2 Prozent. Dieser Trend scheint sich weder zu verlangsamen, noch umzukehren.

Jobcenter haben keinen Einfluss auf hohe Stromkosten

Die Jobcenter haben nur begrenzte Befugnisse bei der Anpassung des Regelsatzes für Haushaltsstrom, der von der Regierung festgelegt und jährlich angepasst wird. Ulrich Schneider, Geschäftsführer eines Arbeitskreises, bemängelt die Unzulänglichkeit der Maßnahmen, um den steigenden Energiekosten gerecht zu werden.

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg erklärte, dass die steigenden Kosten für Heizung und Strom eine Herausforderung für die Jobcenter darstellen. Die Agentur räumte auch ein, dass trotz des höheren Regeltarifs Haushalte weiterhin mit der Explosion der Stromkosten zu kämpfen haben könnten.

Hinweis: Nebenkosten wie Heizung und Wasser werden vom Jobcenter übernommen. Allerdings müssen Bürgergeld-Empfänger die Stromkosten aus ihrem monatlichen Sozialgeld bezahlen.


Das können Bürgergeld-Empfänger gegen hohe Stromkosten tun

Wenn Bürgergeld-Empfänger mit steigenden Energiekosten konfrontiert sind, gibt es einige Schritte, die sie unternehmen können. Eine Möglichkeit ist zu prüfen, ob die Preiserhöhungen für Strom wirklich gerechtfertigt sind.

Überprüfung der Energiepreiserhöhung

Bei solchen ungerechtfertigten Preiserhöhungen ist es ratsam, sich an den Stromanbieter zu wenden und nach Gründen für die Erhöhung zu fragen. Wenn die Gründe für die Erhöhung nicht plausibel sind, kann man Einspruch einlegen. Es ist auch möglich sich an die Energie- oder Verbraucherzentralen zu wenden, die oft kostenfrei beraten und auch bei Einspruchsverfahren unterstützen, um zu hohen Stromkosten zu widersprechen.

Mehr Informationen, wie Sie jetzt hohe Stromkosten widersprechen können.

Stromanbieter wechseln und Geld sparen

Es gibt viele Stromanbieter, bei denen man für den gleichen Service weniger Geld bezahlen muss. Ein Vergleich der Preise kann dabei helfen, einen günstigeren Anbieter zu finden. Es gibt auch oft Willkommensboni von bis zu 400 Euro beim Wechsel des Anbieters. Man kann solche Angebote bei Vergleichsrechnern von Check24 einsehen und so günstigere Tarife finden.

Verwenden Sie die folgenden Preisvergleichsrechner, um den günstigsten Anbieter in Ihrer Region zu finden:

Beratung suchen

Es gibt auch Möglichkeiten, bei den städtischen und kommunalen Wohnungsunternehmen Unterstützung zu beantragen, wie z.B. die sogenannten „Energieberatung für Wohnungen“ oder „Energieberatung für soziale Belange“. Diese Angebote beinhalten oftmals eine kostenlose Beratung und auch Unterstützung bei der Beantragung von staatlichen Förderprogrammen, die dann helfen, die Kosten für Heizung und Strom zu senken.

Zum Beispiel durch Stromspar-Programme oder Energie-Effizienzmaßnahmen wie das Ersetzen von alten Geräten durch energieeffiziente Modelle oder durch einen Wechsel des Stromanbieters zu einem günstigeren Tarif.

Es ist auch ratsam, sich an den Sozialverband oder andere Hilfsorganisationen zu wenden. Die Mitglieder dieser Organisationen können auf individuelle Probleme eingehen und Unterstützung und Beratung anbieten, um eine Lösung zu finden.

Darlehen vom Jobcenter

Sollten Bürgergeld-Empfänger unerwartete zusätzliche Stromkosten nicht zahlen können, kann ein Darlehen beim Jobcenter beantragt werden. Es ist jedoch nicht sicher, dass das Jobcenter ein Darlehen gewähren wird, es sei denn, es liegen besondere Umstände vor.

Ratenzahlung beantragen

Wenn die Energierechnung zu hoch ist, um sie auf einmal zu bezahlen, kann man eventuell Teilzahlungen beantragen. Jedoch werden Stromanbieter einen Ratenzahlungsplan-Antrag oft ablehnen. 

Kann der Anbieter den Strom abschalten?

Wenn die Stromrechnung trotz Mahnungen nicht bezahlt wird, hat der Anbieter das Recht, den Strom abzuschalten und die Leitung bis dahin zur Zahlung der Forderung zu kappen. Solche Forderungen werden üblicherweise gerichtlich festgesetzt und in der Folge durch einen Gerichtsvollzieher mit Zusatzkosten vollstreckt.


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