Bürgergeld Bingo: Im neuen Online-Spiel mit nur 502 Euro im Monat überleben

Neues Online-Spiel: Schaffst Du es, mit nur 502 Euro im Bürgergeld Bingo zu gewinnen? Reicht der Regelsatz wirklich zum Leben?

Vorurteile, falsche Annahmen, sinnlose Debatten: In Deutschland wird viel über das Bürgergeld geredet. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben verschiedene Organisationen, darunter die Diakonie Deutschland und der Verein Armutsnetzwerk e.V., ein innovatives Online-Spiel namens „Bürgergeld Bingo“ entwickelt.

Mit diesem Spiel erfahren die Teilnehmer, wie es ist, mit dem derzeitigen Satz von 502 Euro im Monat auskommen zu müssen. Ihre Aufgabe ist, ihre Ausgaben so zu kürzen, dass dieses Budget nicht überschritten wird. Gelingt es ihnen, lautet das Stichwort „Bingo“.

Das Bild von der „sozialen Hängematte“ korrigieren

Maria Loheide, Vorständin für Sozialpolitik der Diakonie Deutschland, erklärt ihr Anliegen: Sie möchte zeigen, wie belastend die Realität für einige Bürgergeld-Bezieher ist. Oft stehen diese Menschen unter Beschuss in der Politik und Medien, und das häufig aufkommende Bild der „sozialen Hängematte“ ist weit von ihrer Wirklichkeit entfernt. Dieser Zustand soll mit dem Spiel konkret und greifbar gemacht werden, wie Loheide betont.

Ein Perspektivwechsel ist dringend notwendig

Philip Büttner vom kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt Bayern hat das Spiel mit konzipiert. Sein Wunsch ist es, den Teilnehmern des Spiels einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. Mit nur wenigen Klicks können sie nachvollziehen, wie Mangel aussieht. Büttner ist überzeugt: Wer einmal selbst versucht, mit 502 Euro im Monat (Bürgergeld Regelsatz in 2023) zurechtzukommen, wird schnell herausfinden, wie schwierig das ist.

Ja, der Bürgergeld-Regelsatz wird im Jahr 2024 auf 563 Euro pro Monat erhöht. Aber reicht die neue Erhöhung aus, um die Kosten der Inflation zu decken? Kann man davon noch leben?

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Ist der Bürgergeld Regelsatz 2024 Deiner Meinung nach noch ausreichend?

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Er möchte weg von dem Bild, dass sich Bürgergeldempfänger ein schönes Leben mit dem Geld des Staates machen. Vielmehr muss gesehen werden, dass es ein harter Überlebenskampf ist, den sich die Menschen in der Regel nicht selbst ausgesucht haben.

Zahlenspiele und bittere Realität

Jürgen Schneider vom Armutsnetzwerk betont, dass in der Realität tatsächlich jede einzelne Ausgabe abgewogen werden muss. Menschen mit Bürgergeld müssen buchstäblich jeden Cent zweimal umdrehen. Es geht nicht darum, sich zu überlegen, was man gerne hätte, sondern was man sich leisten kann. Dabei geht es nicht um Luxus, sondern oft um sehr grundlegende Dinge wie Kleidung oder Essen.

Derweil kritisiert Gudrun Nolte vom evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt die Art und Weise, wie über Bürgergeldempfänger gesprochen wird. Ihrer Meinung nach versteckt sich hinter der Kategorie „Bürgergeldbezieher“ eine Vielfalt von individuellen Lebenssituationen, die zu oft übersehen wird.

Fakten statt Fake News

Das Spiel „Bürgergeld Bingo“ hat ein klares Ziel: Es soll weniger Populismus, weniger Patentrezepte und weniger Fake News geben. Stattdessen sollen mehr Fakten und mehr Empathie die Debatte bestimmen. Die Organisatoren hoffen, dass das Spiel dazu beitragen kann, eine realistischere Vorstellung von der Situation der Bürgergeldempfänger zu vermitteln.

Wenn wir zu den Menschen im Spiel aufschauen und verstehen, wie sie leben, dann können wir ihnen mit mehr Respekt und Verständnis begegnen. Genau das ist das Ziel des Bürgergeld Bingo: Die harte Realität von vielen Menschen sichtbar und erfahrbar zu machen. Es lohnt sich daher auf jeden Fall, das gelungene Online-Spiel einmal selber auszuprobieren.

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